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Gedanken zu «Gedanken am Morgen»

Wie jedes Jahr im Frühjahr und Herbst fand im Evang. Kirchen-zentrum Vogelherd am Mittwoch, 13. September wieder «Gedanken am Morgen» statt. Diesmal schien das Thema besonders interessant, denn Monika Hutter konnte im Namen des Teams erfreulich viele Zuhörerinnen und Zuhörer begrüssen. Die Referentin, Frau Brigitte Küster aus Altstätten, dipl. Psychologische Beraterin, Erwachsenenbildnerin und Leiterin des Institutes für Hochsensibilität, sprach spannend und mit Kompetenz über «Hochsensibilität – was ist das?».

15 – 20 % aller Menschen gelten als hochsensibel, d.h. sie sind mit einem Nervensystem ausgestattet, welches sie innere und äussere Reize wie durch einen Verstärker wahrnehmen lässt. Frau Küster, selbst Betroffene, hat sich intensiv damit auseinandergesetzt, bereits einige Bücher darüber geschrieben und hält Seminare und Beratungen. Zwar wusste man bereits in der Antike von unterschiedlichen Wahrnehmungen der Menschen, hat sich auch im 19. und 20. Jahrhundert damit befasst, aber erst 1997 forschte die amerikanische Psychologin Elaine Aron in grösserem Rahmen und spricht von einem «tiefgreifenden Persönlichkeitsmerkmal», welches angeboren und vererbbar ist.


Hochsensible Menschen verfügen über eine individuell ausgeprägte Wahrnehmungsfähigkeit, emotionale Intensität (schnelle Ueberreizbarkeit, langes Nachhallen von Erlebnissen), sensorische Empfindlichkeit (Lärm, Gerüche), gründliche Informationsverarbeitung. Sie empfinden also intensiver, nehmen Reize anders auf, sind feinfühlig, empathisch, oft sehr begabt, künstlerisch kreativ, mit hohen ethischen Ansprüchen, Gerechtigkeitssinn und einem Hang zur Perfektion. Zu ihren Stärken gehören auch Denkfähigkeit, Vorausschauen, Intuition und starkes Engagement.


Und die «Schwächen» und «negativen» Aspekte? Hochsensibilität kann zur Belastung werden, sowohl für sich selbst als auch für Andere. 


Durch die Fülle der Wahrnehmungen sind oft Entscheidungen schwierig, man überfordert sich leicht, kommt ins Grübeln und kann nachts schlecht «abschalten», man braucht mehr Ruhe und Raum. Betroffenen wird empfohlen, den Fokus mehr auf sich selbst zu richten, sich Pausen zu gönnen und zu handeln, indem man nicht in der eigenen, kleinen Komfortzone bleibt, sondern mit Mut sich hinaus begibt, um zu lernen, auch starke Reize besser zu bewältigen. Hochsensibilität muss keine «Baustelle» bleiben – Ziel ist, in Balance zu sein.


Text: Ingrid Köthe

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