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Gedanken zu «Gedanken am Morgen»

Am Mittwoch, 27. Mai 2015, kamen im evangelischen Kirchgemeindehaus wieder zahlreiche Frauen zu «Gedanken am Morgen» zusammen. Das ausgezeichnete Referat wurde gehalten von Frau Heidi Wydler aus Uster, Pfarr- und Familienfrau im Ruhestand, mit grosser Erfahrung in sozialer Gemeindearbeit, Frauennetzwerk etc. Das Thema lautete «Loslassen – Schmerz oder Befreiung?», und Frau Wydler konnte aus ihrem reichen Erfahrungsschatz schöpfen. Loslassen ist eine Herausforderung und begleitet uns ein Leben lang. Dabei ist zu unterscheiden zwischen Loslassen, wenn ich etwas geschehen lassen muss. Erwartungen loslassen: je höher die Erwartungen, desto grösser können die Enttäuschungen sein, zu hohe Erwartungen sogar Beziehungskiller. Sorgen loslassen: wer seine Ängste und Sorgen pflegt, läuft Gefahr, verspannt oder sogar krank zu werden. Warum sie nicht vertrauensvoll Gott übergeben, der uns vieles abnehmen und für uns lösen kann?

Stress und Hektik loslassen: Stress bedeutet Überbelastung, Überforderung, Überanstrengung. Lärm und Verkehr, Leistungen in Schule und Beruf, Konflikte, Ehrgeiz und Wettbewerb etc. können krank machende Faktoren sein. Wer Anerkennung, Karriere, Besitz- und Konkurrenzdenken zu Ersatzgöttern seines Lebens macht, kann negativen Stress erzeugen und nicht loslassen. Also sollte man sich andere Ziele setzen und auch mal Schwächen eingestehen. Kinder loslassen: das fällt oft schwer, aber Eltern dürfen nicht klammern. Verstehen sie es jedoch, ihre Kinder ins Erwachsenenalter und auf ihren neuen Wegen zu begleiten, werden sie auch später ihre Kinder nicht «verlieren».

Loslassen von Süchten:  das bedeutet nicht nur Alkohol, Drogen oder Medikamente, sondern auch von «gesellschaftlichen Süchten» wie Arbeit, Essen, Fernsehen, Sex etc. Hier entstehen Abhängigkeiten, gesundheitliche Schäden, familiäre Probleme, Geldsorgen. Bei übermässigem Konsum muss fachliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Loslassen im Alter und Sterben: wir tun gut daran, während unseres Lebens nicht nur äusseren Ballast abzuwerfen, sondern auch den inneren Ballast. Angesichts des Todes eines geliebten Menschen fällt es uns jedoch besonders schwer, der Schmerz ist gross. Doch durch Gespräche und die Trauerarbeit geschieht der Prozess des Loslassen-Könnens. So können wir vieles besser akzeptieren und uns befreien. Loslassen verhilft zu Gelassenheit.


Text: Ingrid Köthe

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