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125 Jahre sind nicht genug

Mitten in der Herbstzeit feiert die Käserei bei der Linde in Wittenbach ihr 125-jähriges Firmenjubiläum. Bezeichnend in der heutigen Zeit ist denn auch die Rückschau des engagierten Präsidenten des Verwaltungsrats Albert Etter, wo er chronologisch jeden Meilenstein bis ins Corona Jahr, einem vor Augen führt, ist kaum zu glauben, dass es das Unternehmen noch gibt. Die Bedeutung steigt umso mehr, als dass hier seit Anbeginn stets mit Hand, Herz und Verstand gewirkt wird und so eine Tradition weiterlebt, die Wittenbach prägte. 


Heute verarbeiten 12 Mitarbeiter über 7.5 Mio. Liter Milch aus der unmittelbaren Region zu Raclette- und Spezialkäsesorten. Die Säntis AG lebt von seinen Raclette mit Speck, Knoblauch, Paprika, Chili, Trüffel, Bio Knoblauch, Bio Pfeffer, geräuchert und Nature Angeboten. Mit der Vermarktung über Käsepackbetriebe und den Käsehandel gelangen die Produkte in die Regale der bekannten Grossverteiler. Rund 50 % des Absatzes gelangt so ins Ausland wobei der Säntis Bärenkäse und die Raclette-Spezialitäten die stärksten Exportsorten sind. Seit längerem zertifiziert, verkauft die Säntis AG jedes Jahr rund 100 Tonnen Käse in den russischen Markt. Nebst dem Säntis Bärenkäse gibt’s Säntis Rahmkäse, Säntis Gourmet, Säntistraum mit Kräuter, Dottenwiler- und Trottenkäse und zahlreiche mehr. Heute sind über 30 Rezepturen die Säntis zu Käse verarbeitet. Dank dem Knowhow werden Auftragsproduktionen in Wittenbach entwickelt und produziert.  


Bevor die Käserei Linden die heutige Säntis AG wurde war sie lange Zeit verpachtet. Die ursprüngliche Pächterin Milchverband St. Gallen-Appenzell ging sie in die Säntis Holding, die wiederum zusammen mit der Toni Holding 1998 zur Swiss-Dairy-Food fusionierte. Aus finanziellen Nöten ging dieses Konstrukt in die Knie. Im damaligen Nachlass wurde die Produktion in Wittenbach just zu Weihnachten 2002 eingestellt. Nach 56 Jahren Verpachtung beschloss die Käsereigenossenschaft ihre Produktion ab 1. März 2003 wieder selbst an die Hand zu nehmen. Die Marke Säntis wurde damals aus dem Nachlass gerettet und sämtliche Rechte konnten übernommen werden. In den Anfängen konzentrierte man sich weiter auf die Neuentwicklung und die Käseproduktion als Spezialistin. Zu all den Stürmen und Rückschlägen war ein wiederholter Wechsel des Geschäftsführers entscheidend. Ende 2007 springt der ehemalige Berater Heinz Fraefel als Geschäftsführer ein und mit ihm der Turnaround. Die turbulente Zeit ging weiter und mit dem Brand am 4. April 2008 erfolgte die letzte grosse Zäsur.


Aus der ursprünglichen Käsereigenossenschaft formte sich 2009 die Säntis AG, nicht zuletzt um ihren Neubau zu finanzieren als auch sich selbst abzusichern. Mit der Eröffnung des neuen Reifungslagers 2011 kam das Chäslädeli dazu und im Frühjahr 2012 eröffnete Heinz Fraefel mit seinem Team das Säntisstübli. 


Mit viel Fleiss und Engagement wird seither die industrielle Käsefertigung vorangetrieben. Früher wo reine Muskelkraft gefragt war pflegt jetzt ein Käseroboter Tag und Nacht einen Grossteil der 50’000 Laib im modernen Hochlager. Auch dank modernster Energierückgewinnung wird immer noch jährlich rund 100’000 Liter Heizöl, 700’000 kWh Strom und 25’000 Liter Wasser aufgewendet um zu produzieren. Unter dem Motte 125 Jahre sind nicht genug, sagt der Geschäftsführer Heinz Fraefel: «Wir haben noch viele Ideen und zukünftig wird Säntis als Käsemarke wieder sichtbar werden.» Für alle Arten von Anlässen erfreut sich das Säntistübli grosser Beliebtheit daneben im Chäslädeli sind alle Sorten direkt ab Theke erhältlich oder fürs Catering bestellbar. Da wo zum aktuellen Anlass die Säntis AG jedem Chäslädeli-Kunden ein Stück Käse schenkt freuen sich die Mitarbeiter über den grossen Zuspruch aus dem Dorf. 


Text und Bild: Alexander Fürer

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