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Zu Besuch mit einem Buch

«Ein interessantes Trio und spannende Bücher» – damit lud die SP letzte Woche zu einem Abend in den Werkhofsaal ein. Nationalrätin Claudia Friedl, Ständerat Paul Rechsteiner und Kantonsrätin Bettina Surber stellten Bücher ihrer Wahl vor, und es gab ein lebhaftes Gespräch über das Lesen – und darüber, dass Bücher sicher nicht aus der Mode kommen werden, trotz all der Konkurrenzmedien. Claudia Friedl stellte das Buch «Die Jahre» der französischen Schriftstellerin Annie Ernaux aus dem Jahr 2008 vor. Es ist eine Autobiographie, die vor allem von den gesellschaftlichen Ereignissen wie etwa der Frauenbewegung und deren Spiegelung im Leben der Autorin berichtet. Ereignisse wie die letzte Hinrichtung mit der Guillotine in Frankreich 1979 und die Abschaffung der Todesstrafe unter Präsident Mitterand liegen weniger weit zurück, als man vielleicht denkt, und sind für ältere Leserinnen, wie für jüngere von Interesse. Fasziniert ist Claudia Friedl von der packenden Sprache in diesem Buch. Bettina Surber – «wir bleiben in Frankreich» – liest gerne Krimis, besonders jene von Fred Vargas. Im Mittelpunkt des ideenreich erzählten Romans «Das barmherzige Fallbeil» steht der schräge Kommissar Adamsberg im 13. Arrondissement von Paris, der seine Fälle überaus langsam intuitiv löst. Aber auch Kinderbücher sind Bettina Surber wichtig, so jene von Astrid Lindgren mit der aufmüpfigen Pippi Langstrumpf oder das Bilderbuch von Janosch «Papa Löwe und seine glücklichen Kinder», bei dem die klassische Rollenverteilung der Eltern auf den Kopf gestellt wird – passend zum Frauenstreik. Es geht um Bilder und Vorbilder, mit welchen Kinder aufwachsen, und dass wir ihnen Geschichten erzählen und vorlesen. Paul Rechsteiner stellt «Das Eidechsenkind» von Vincenzo Todisco vor, einem Sohn italienischer Einwanderer in die Schweiz. Das Buch erzählt aus den 1960er-Jahren von einem Kind italienischer Gastarbeiter, das illegal im Verborgenen aufwächst und bei Gefahr der Entdeckung wie eine Eidechse sofort in ein Versteck huscht. Dieses Schicksal liegt 50 Jahre zurück, wiederholt sich aber – auch heute leben in der Schweiz viele Kinder illegal und wachsen ausserhalb der Gesellschaft auf. Paul Rechsteiner kommt im Verlauf des Abends auf weitere Bücher zu sprechen: «The Nickel Boys» von Colson Whitehead über einen Jungen aus einem schwarzen Ghetto in den USA und «Die unbewohnbare Erde» von David Wallace-Wells über «das Leben nach der Erderwärmung». Wer bei diesem «Literatur-Club» dabei war, wird sicher das eine und andere der vorgestellten Bücher lesen wollen – und vielleicht auch Sie.


Text: SP

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